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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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Neu vorgeschlagene Versuche und Messungen
werden von der Halden Programme Group beur-
teilt und durch Arbeiten in den Partnerländern des
Projekts sowie durch Brennstofflieferungen aus
Kernkraftwerken unterstützt. Die Steuerung durch
das Dreieck Board of Management, Programme
Group und Projektleitung ist konsens- und resultat-
orientiert. Ingesamt wird das HRP dem Ruf als Vor-
zeigeforschungsprojekt der NEA gerecht.
Mit dem Engagement des ENSI, des PSI und der
Kernkraftwerke beim HRP gewinnt die Schweiz
neue Erkenntnisse im Bereich Brennstoff- und Ma-
terialsicherheit und kann ihre eigene Kompetenz
auf diesem Gebiet verstärken. Konkret ist das PSI
bei folgenden Versuchen im Bereich Brennstoff-
und Materialverhalten beteiligt: Detailuntersu-
chungen des Inertmatrix-Brennstoffs (Halden-Ex-
periment IFA-651 IMF/MOX); Modellierung des
Stabverhaltens in den Experimenten durch STARS/
LRS (Halden-Experiment IFA-650 LOCA); Korrosi-
onstest von Druckwasserreaktor-Hüllrohren (Hal-
den-Experiment IFA-638).
Ausblick
Die Arbeiten des Projekts liegen grösstenteils gut
im Zeitplan. Mit dem Jahr 2012 geht das HRP in
eine weitere Dreijahresperiode, in der neu auch
das französische Commissariat à l'Energie Ato-
mique (CEA) und die italienische Agenzia nazio-
nale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo
economico sostenibile (ENEA) teilnehmen. Nach-
dem das Programm für die neue Periode seit Ende
2010 unter Beteiligung aller Mitgliedsländer disku-
tiert worden war, ergaben sich mit dem Unfall von
Fukushima vom März 2011 zusätzliche mögliche
Aspekte wie zum Beispiel neuartige Hüllrohrmate-
rialien oder das Verhalten von Operateuren unter
extremen Bedingungen. Diese Themen werden im
Jahre 2012 noch zu diskutieren sein.
1.1.2 Untersuchungen an Halden-
Proben IFA-638
Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut
ENSI-Projektbegleiter: Andreas Gorzel
Bericht der Forscher in Anhang A
Einleitung
Die Versuchsreihe IFA-638 am Forschungsreaktor
in Halden (siehe auch Kapitel 1.1.1) befasste sich
mit Korrosionsversuchen an Hüllrohrmaterialien
auf Zirkoniumbasis bei hohen Brennstoff-Abbrän-
den. Während des Einsatzes kommt es an der Aus-
senseite der Hüllrohre zur Bildung einer oxidierten
Grenzschicht. Im Rahmen dieses Projekts wurden
an einigen IFA-638-Hüllrohrproben die Mikrostruk-
turen der Grenzschicht und ihrer Umgebung mit-
tels Transmissions-Elektronenmikroskopie (TEM)
untersucht. So soll zum besseren Verständnis von
Oxidationsvorgängen unter den Bedingungen von
Druckwasserreaktoren (DWR) beigetragen werden.
Projektziele des Berichtsjahres
und wichtige Ergebnisse
Der Transport von sechs Proben und die Präpara-
tion von vier Proben für die TEM-Untersuchungen
wurden erfolgreich durchgeführt. Bei den Pro-
ben handelt es sich sowohl um in Leistungsreak-
toren vorbestrahltes als auch erst im Halden-Re-
aktor bestrahltes Material. 2011 wurden die vier
präparierten Proben dreier verschiedenen Legie-
rungstypen (M5 frisch/vorbestrahlt, E 635 frisch,
ZIRLO frisch) elektronenmikroskopisch untersucht.
Zwei Arten von Ausscheidungen wurden in der
Grenzschicht und in ihrer Umgebung festgestellt,
die vom Eisengehalt des Hüllrohrmaterials abhän-
gen. Dabei zeigte sich, dass in Legierungen mit ho-
her Oxidationsresistenz die eisenhaltige Ausschei-
dung nicht nachweisbar war. Alle Ausscheidungen
zeigten einen gewissen Grad der Auflösung bei
Bestrahlung. Dieser Effekt ist im Oxid stärker als
im Metall.
Bedeutung des Projekts,
Beitrag zur nuklearen Sicherheit
Die Oxidation des Hüllrohrs ist ein im Reaktorbe-
trieb relevanter Auslegungsparameter. Sie darf
bestimmte vorgeschriebene Grenzen nicht über-
schreiten und hat bei den in schweizerischen An-
lagen erreichten hohen Abbränden besondere Be-
deutung. Neu entwickelte Hüllrohrmaterialien, z. T.
auch die in diesem Projekt verwendeten, sind in ver-
schiedenen Vorläufer-Brennelementen in Schwei-
zer KKW im Einsatz. Der Abbrand von zwei der ver-
wendeten Proben liegt zudem im Bereich der gel-
tenden Grenzwerte für die schweizerischen Reak-
toren. Durch die Untersuchung der Oxidationsvor-
gänge können die bestehenden Modelle auf eine
breitere physikalische Grundlage gestellt werden.
Ausblick
Die zwei ausstehenden Proben (ZIRLO vorbestrahlt,
Alloy A frisch), die aufgrund ihrer hohen Dosisleis-
tung 2011 nicht untersucht werden konnten, sol-
len im Jahre 2012 elektronenmikroskopisch ana-
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