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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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toren weiter verfolgt. Ferner wurden KKL-Input-
Decks (Eingabedaten) für Transienten mit Versa-
gen der Reaktorschnellabschaltung (ATWS) entwi-
ckelt, bei denen eine Kopplung zwischen TRACE
und dem 3D-Reaktorkernmodell S3K besteht. Auf
der Basis dieser Kopplung hat STARS die Berech-
nung des auslegungsüberschreitenden Störfalls
«Schliessen aller Frischdampf-Isolationsventile un-
ter ATWS-Bedingungen hinsichtlich des Einflusses
von Brennelementen mit teillangen Brennstäben
sowie des Speisewasser-Runbacks» durchgeführt
und weiterentwickelt.
TRACE ist ein dem Stand von Wissenschaft und
Technik entsprechendes Programm für die Simu-
lation des Systemverhaltens von Leichtwasserre-
aktoren. Die gemeinsame Nutzung des System-
codes TRACE durch das PSI (STARS) und das ENSI
auf der Basis des CAMP-Vertrages mit der amerika-
nischen Aufsichtsbehörde U.S.NRC befähigt auch
das ENSI, eigene Transientenanalysen durchzufüh-
ren. Dies ist ein wichtiger Beitrag für die Entwick-
lung und Nutzung deterministischer Analyseme-
thoden am ENSI. Die vom PSI durchgeführten Ent-
wicklungen und Validierungen sind unabhängig
von den eigenen, sehr praxisorientierten Entwick-
lungen des ENSI und bilden eine Basis für die wei-
tere Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheits-
analysen. STARS bietet darüber hinaus im Bereich
Transientenanalysen Unterstützung und schult die
Fachspezialisten des ENSI zur Weiterentwicklung
der Input-Decks und bei der Arbeit mit TRACE, bei-
spielsweise zur Einbindung der Punktkinetik in die
Input-Decks.
Sicherheitsanalysen
Ein wesentliches Ziel des Projekts ist die Durch-
führung von Sicherheitsanalysen zu Fragestel-
lungen aus der regulatorischen Tätigkeit, für die
das ENSI einen detaillierten und unabhängigen
Analysebedarf sieht. Im Berichtszeitraum wurden
durch STARS fünf Sicherheitsanalysen bearbeitet.
Zwei befassten sich mit Kühlmittelverlust-Störfäl-
len im Reaktor und im Brennelement-Lagerbecken
und wurden wegen des Ereignisses in Fukushima
durchgeführt. Die anderen Themen waren die Flu-
enzberechnung an Steuerstabspitzen, die Zyklus-
vorausberechnung für eine Anlage im Rahmen des
Brennelementwechsels und die Bewertung eines
zur Freigabe beantragten neuen Brennstabausle-
gungs-Programms.
Bedeutung des Projekts,
Beitrag zur nuklearen Sicherheit
Das STARS-Projekt ist zertifiziert gemäss ISO
9001:2008 und stellt mit seinen Methoden und
seinem hochqualifizierten Personal ein technisches
Zentrum für die Durchführung von Sicherheitsana-
lysen für Leichtwasserreaktoren dar. Es unterstützt
das ENSI bei seinen sicherheitstechnischen Bewer-
tungen, z. B. hinsichtlich Anlageänderungen oder
Vorkommnissen. Die dazu notwendigen Arbeiten
sind die Durchführung von Forschungstätigkeiten
zur Weiterentwicklung der eingesetzten Analyse-
methoden und die Durchführung von unabhän-
gigen Sicherheitsanalysen und anderen Analysen
auf Anforderung des ENSI aus seiner Aufsichtstä-
tigkeit heraus (On-Call). Dank der Kapazität der
Projektgruppe STARS können stationäre und insta-
tionäre neutronenphysikalische und thermohyd-
raulische Berechnungen für Systeme, Reaktor-
kerne und andere Konfigurationen wie Lager oder
Behälter durchgeführt werden. Damit kann das
ENSI im Rahmen seiner Aufsicht über die schwei-
zerischen Kernkraftwerke sowohl die Einhaltung
des gestaffelten Sicherheitskonzepts als auch die
Wirksamkeit (Integrität) der hintereinander gestaf-
felten Barrieren bei Störfällen fundiert beurteilen.
Ausblick
Es bleibt das Ziel, angemessene und dem Stand
von Wissenschaft und Technik entsprechende Me-
thoden bereitzustellen, um anspruchsvolle For-
schungsaufgaben zum weiteren sicheren Betrieb
der Kernkraftwerke in der Schweiz bearbeiten zu
können. Dazu sind weitere Qualifizierungen und
Validierungen der Methoden durch Teilnahme an
internationalen Forschungsprogrammen und die
Mitarbeit in internationalen Expertengruppen un-
erlässlich. Darauf aufbauend soll das ENSI weiter-
hin beim Aufbau eigener Kompetenzen im Bereich
deterministische Sicherheitsanalysen unterstützt
werden.
Die Bearbeitung von On-Calls des ENSI soll mit der
erreichten Qualität und Quantität fortgesetzt wer-
den. Für das Jahr 2012 soll die Aktualisierung der
Kernfolgerechnungen für alle schweizerischen An-
lagen weitergeführt werden. Im Bereich Transien-
tenanalysen ist beispielsweise das Input-Deck für
das KKL an die im Rahmen des Projektes YUMOD
geplanten Anlageänderungen anzupassen und zu
verifizieren, damit neue unabhängige Begutach-
tungen von Störfallanalysen des Betreibers für das
ENSI qualitätsgesichert durchgeführt werden kön-
nen.
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