
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
74
1.7.5 FORGE – Fate of Repository
Gases
ENSI-Projektbegleiter: Manuel Lorenzo Sentís
Einleitung
FORGE ist ein Projekt der EU im Rahmen des 7.
Rahmenprogramms. Es hat zum Ziel, die sicher-
heitstechnische Bedeutung der durch Gase verur-
sachten Prozesse im Nah- und Fernfeld eines Tie-
fenlagers zu untersuchen, beispielsweise den
Druckaufbau im Tiefenlager oder den Transport
von Gasen und Radionukliden aus dem Tiefenla-
ger ins Wirtgestein. Im EU-Projekt FORGE werden
Teilaspekte der Gasentstehung in einem Tiefenla-
ger und des anschliessenden Gastransports durch
das Wirtgestein untersucht. Die Arbeiten sind in 5
Pakete (Work packages WP) unterteilt:
❚ WP1: Behandlung von Gas in Sicherheitsanalysen
❚ WP2: Gasbildung
❚ WP3: Technische Barrieren
❚ WP4: Gestörte Wirtgesteine
❚ WP5: Ungestörte Wirtgesteine
24 Partner nehmen an FORGE teil, darunter sind
neben dem ENSI weitere Aufsichtsbehörden (aus
Belgien, Tschechien und Frankreich) sowie entsor-
gungspflichtige Institutionen vertreten. Das Pro-
jekt wurde im Februar 2009 gestartet, die Dauer
des Projekts umfasst 4 Jahre.
Das ENSI nimmt am Arbeitspaket WP1 («Treat-
ment of Gas in performance assessments») teil.
Die Arbeiten beinhalten eine Bestandsaufnah-
me des technischen und wissenschaftlichen Wis-
sens zu der Gasproblematik in einem Tiefenla-
ger (WP1.1) sowie die Definition und die Durch-
führung von sicherheitstechnisch relevanten Ver-
gleichsberechnungen (Benchmark) zum Gastrans-
port (WP1.2).
Projektziele des Berichtsjahrs und deren
Umsetzung
Das Ziel des Arbeitspakets WP1.2 ist, ein Bench-
mark-Modell eines Zwei-Phasen-Flusssystems für
ein ganzes geologisches Tiefenlager zu definieren.
Dabei werden verschiedene Werte wie Gas- und
Wasserdruck, Wasserstoffkonzentrationen, etc.
berechnet. Ausgehend von einem zweidimensio-
nalen System werden im Laufe des Projekts sukzes-
sive Benchmark-Modelle bis zu einer vollständigen
Modellierung des gesamten Lagerkavernensystems
definiert. In allen diesen Modellen wird der Einfluss
der Grenzflächen zwischen Materialien untersucht.
Das erste Benchmark-Modell wurde Ende 2009
definiert, und die meisten Gruppen (darunter auch
das ENSI) haben zwischen Ende 2009 und Anfang
2011 Resultate a/jointfilesconvert/360025/bgeliefert. Das Gastransportver-
halten wird in einem zweidimensionalen System
(Abbildung 16) mit einer Grenzfläche («Interface»)
zwischen der Auflockerungszone und dem Abfall-
behälter betrachtet. Die geringe Ausdehnung die-
ser Grenzfläche war eine Herausforderung bei der
Modellierung für alle involvierten Gruppen. Die Er-
gebnisse zeigen, dass die Modellierung der Grenz-
fläche zwischen der Auflockerungszone und dem
Behälter als eigenständige Schicht einen Einfluss
auf die Resultate der Gastransportsimulationen
hat. Die verschiedenen Gruppen mussten vereinfa-
chende Annahmen treffen, um die komplexe Auf-
gabenstellung zu lösen.
Das ENSI führte mit den Programmen TOUGH2
und TOUGH2-MP alle Referenzfälle und Variati-
onen der in WP1.2 definierten ersten Benchmark-
Berechnungen des Gastransportes in einem zwei-
dimensionalen Modellsystem durch. Das ENSI und
die anderen Arbeitsgruppen erhielten für diese Be-
rechnungen vergleichbare Resultate. Unterschiede
zwischen den Resultaten der Gruppen sind auf die
Abbildung 16:
Generisches Modell für
das erste Benchmark.
Comentarios a estos manuales