
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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eine umfangreiche Datenbasis zur Verfügung. Am
Standort wurden die Erschütterungen in Bohrlö-
chern und in den Bauwerken registriert. Im Rah-
men ihres Extra Budgetary Project on Seismic Sa-
fety of Existing Nuclear Power Plants koordiniert
die IAEA die Studie KARISMA (KAshiwazaki-Ka-
riwa Research Initiative for Seismic Margin As-
sessment). Mit diesem Projekt wird das Verhal-
ten des im Baugrund tief eingebetteten Reaktor-
gebäudes von Block 7 und ausgewählter Einrich-
tungen analysiert. Dabei werden die Ergebnisse
von in der Praxis üblichen Modellrechnungen mit
den gemessenen Daten verglichen. Dadurch kön-
nen wertvolle Erkenntnisse über die vorhandene
Erdbebensicherheit bestehender Kernkraftwerke
und über den Einfluss einer tiefen Einbettung im
Baugrund (Boden-Bauwerks-Interaktion) gewon-
nen werden.
Das ENSI nimmt seit 2010 aktiv am Projekt KA-
RISMA teil. Insgesamt hatten 21 Fachteams aus
14 Ländern (aus Europa, Argentinien, China, In-
dien, USA, Pakistan und Südkorea) Berechnungen
durchgeführt und ins Projekt eingegeben. Im Jahr
2011 kam als weiterer Experte des ENSI die Stan-
genberg und Partner Ingenieur-GmbH (SPI), Bo-
chum, Deutschland, hinzu. Das ENSI beteiligt sich
an diesem Projekt (Teil Bauwerksverhalten) auch
deshalb, um Zugang zur umfangreichen und wert-
vollen Datengrundlage und zu den Analysen an-
derer Organisationen zu erhalten. Zudem soll der
internationale Erfahrungsaustausch gefördert wer-
den.
Projektziele des Berichtsjahres
und wichtige Ergebnisse
Im Berichtsjahr nahm das ENSI mit den Bauexper-
ten B&H und SPI am zweiten und dritten soge-
nannten Review Meeting (RM) teil (24.–26. Mai
und 6.–8. Dezember in Wien). Projektziel im
Berichtsjahr war erstens die globaldynamische
Berechnung der Erdbeben-Erschütterungen im
Gebäudeinnern unter Beachtung der Boden-Bau-
werks-Wechselwirkung des vergleichsweise tief
eingebetteten Reaktorgebäudes (Vorstellung und
Diskussion der Teambeiträge im zweiten RM, vgl.
hierzu Abbildung 8). Zweitens ging es um die
Ermittlung der Tragwerksreserven des Reaktor-
gebäudes mittels nichtlinearer dynamischer Be-
rechnungen; dazu wurde die Erdbebenlast stufen-
weise bis zum 6-Fachen der Beschleunigung am
Bezugshorizont -155 m gesteigert (Vorstellung
und Diskussion der Teambeiträge im dritten RM).
Dabei wurden von den Fachteams die folgenden
Berechnungsergebnisse erwartet:
❚ Verschiebungen, Beschleunigungen und Etagen-
antwortspektren im Reaktorgebäude bei Ansatz
des Erdbeben-Hauptstosses (NCOE) mit auf die
Tiefe -155 m umgerechnetem Signal nach Vor-
gabe der IAEA («Reference Analysis») und bei
von den jeweiligen Teams selbst definierten An-
nahmen («Best Estimate Analysis»), vgl. hierzu
Bauwerksmodell und Etagenantwortspektren in
Abbildung 9.
❚ Statisch-nichtlineare Last-Verformungs-Kurven
(Push over-Kurven) bei Annahme einer Festein-
Abbildung 8:
Schematische Dar stel-
lung des eingebette ten
Kashiwazaki-Reaktor-
gebäudes (Quelle: B&H).
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