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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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Schweissmaterials überwiegend derart orientiert,
dass sich die Rissfortschrittsrichtung in Schweiss-
richtung befindet (TL). Bei dieser Probenorientie-
rung umfasst die Rissfront mehrere Schweisslagen
mit einem makroskopisch inhomogenen Gefüge,
für welches die Masterkurve-Methode streng ge-
nommen nicht gilt. Im Jahr 2011 wurde deshalb
experimentell untersucht, ob TL-orientierte Proben
für die bruchmechanische Prüfung von Schweiss-
material nach der Masterkurve-Methode geeignet
sind.
Die bruchmechanischen Versuche vom Vorjahr
mit TL-orientierten Proben wurden 2011 fort-
gesetzt und a/jointfilesconvert/360025/bgeschlossen. Zum Vergleich der
Messergebnisse wurden gleichartige Versuche
mit TS-orientierten Proben (Rissfortschritt in Di-
ckenrichtung, senkrecht zur Schweissrichtung)
durchgeführt. In den TS-Proben umfasst die Riss-
front homogenes Gefüge von einer bestimmten
Schweisslage. Auch diese Versuche sind a/jointfilesconvert/360025/bge-
schlossen und ausgewertet. Nach Abschluss
der Experimente wurden die Ergebnisse an den
TL- und TS-orientierten Proben verglichen, und
es wurden einige Schlussfolgerungen a/jointfilesconvert/360025/bgelei-
tet. Die mittels TL-Proben bestimmten Referenz-
temperaturen liegen leicht über den Werten der
TS-Proben. Es wurde ermittelt, dass die Bruch-
zähigkeitswerte der TL-Proben geringere Streu-
ungen aufweisen als die entsprechenden Werte
der TS-Proben. Damit wird bestätigt, dass auch
mit den TL-orientierten Proben aus mehrlagigen
Schweiss verbindungen bruchmechanische Kenn-
werte mit der Masterkurve-Methode bestimmt
werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt 2011 waren die frakto-
grafischen und metallografischen Untersuchungen
zur Verteilung der Rissinitiierungsorte entlang der
Rissfront. An einer repräsentativen Anzahl von Pro-
ben wurde untersucht, ob spezielle mikrostruktu-
relle Bereiche vorkommen, in denen die Risse be-
vorzugt starten. Es wurde jedoch festgestellt, dass
sowohl für die TL- als auch für die TS-orientierten
Proben die Rissinitiierungsorte über der gesamten
Rissfront statistisch gleichmässig verteilt sind. Da-
mit wird eine weitere Bedingung für die Anwen-
dung der Masterkurve-Methode zur bruchmecha-
nischen Prüfung erfüllt.
Bedeutung des Projekts,
Beitrag zur nuklearen Sicherheit
Die Integrität des RDB ist zur Gewährleistung der
Kernkühlung und als eine der mehrfachen Barrie-
ren, die das radioaktive Inventar einschliessen, von
grosser Bedeutung. Die Sicherheit des RDB muss zu
jedem Zeitpunkt gewährleistet und nachweisbar
sein. Diese Forderung gilt für den bestimmungsge-
mässen Betrieb und bei Störfällen, besonders beim
postulierten Kühlmittelverlust-Störfall.
Bei der Auswertung der Ergebnisse wurde fest-
gestellt, dass bei Datensätzen von Proben aus un-
terschiedlichen Dickenlagen (unterschiedliche
Schweisslagen) mit einer grösseren Streuung der
Bruchzähigkeitswerte gerechnet werden muss als
bisher angenommen. Diese vom Material verur-
sachte Streuung ist in der gemäss Prüfstandard
der Masterkurve-Methode ermittelten Standard-
abweichung nicht enthalten. Bei der Verwendung
der Methode im Rahmen der Sprödbruch-Sicher-
heitsnachweise des RDB muss diese Streuung an-
gemessen berücksichtigt werden. Die Vorgehens-
weise bei Anwendung der Masterkurve-Metho-
de zum Sprödbruch-Sicherheitsnachweis des RDB
wurde in der Richtlinie ENSI-B01 entsprechend an-
gepasst.
Ausblick
Die wesentlichen Untersuchungen und Auswer-
tungen des ursprünglich geplanten Versuchspro-
grammes wurden vom Auftragnehmer fachge-
recht durchgeführt. Die Ergebnisse fanden Ein-
gang in die Anforderungen des ENSI bei der An-
wendung der Masterkurve-Methode zum Spröd-
bruch-Sicherheitsnachweis des RDB.
Es wurden ergänzende Untersuchungen mit dem
Auftragnehmer vereinbart, die einige der bishe-
rigen Erkenntnisse weiter absichern sollen. Zu-
nächst werden die Kerbschlag-Biegeversuche mit
TL- und TS-orientierten Proben ausgewertet und
mit den Ergebnissen der bruchmechanischen Un-
tersuchungen verglichen. Weiterhin sind zusätz-
liche fraktografische und metallografische Unter-
suchungen vereinbart worden. Die Bewertung,
wie das Gefüge des Schweissgutes die Rissinitiie-
rungsorte beeinflusst, soll unter anderem damit
validiert werden.
Für die Untersuchungen wurde Schweissmate-
rial einer Umfangschweissnaht des nicht in Be-
trieb genommenen RDB der deutschen Anlage
Biblis C verwendet. Bei der Auswertung der Un-
terlagen zur Herstellung der Schweissnaht erga-
ben sich einige offene Punkte, die weiter abzu-
klären sind.
Aufgrund des erweiterten Untersuchungs-
programmes wurde vom ENSI die Laufzeit des
Vertrages bis zum 31. Dezember 2012 verlän-
gert.
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