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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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Projektziele des Berichtsjahres und
wichtige Ergebnisse
Der Schwerpunkt der Forschungsarbeiten lag
2011 auf der Fortführung und Auswertung des
RC-Experimentes (Rock Mass Characterisation-
Experiment), welches von der Ingenieurgeologie
der ETH Zürich im Rahmen einer Dissertationsar-
beit durchgeführt wird. Zielsetzung dieses vierjäh-
rigen Experimentes ist einerseits die Untersuchung
der durch den Bau der Galerie-08 (Ausbruchquer-
schnitt von 22 m
2
) infolge von Spannungsumlage-
rungen hervorgerufenen Deformationen im Opa-
linuston (Entstehung der sogenannten Auflocke-
rungszone in unmittelbarer Umgebung des Stol-
lens). Andererseits geht es um die Erfassung der
sehr langsam ablaufenden, langfristigen Verfor-
mungen im Gebirge (Konsolidation, Kriech- und
Quellprozesse) mittels verschiedener Bohrloch-
Monitoring- Systeme. Ergänzt werden diese Unter-
suchungen durch umfangreiche felsmechanische
Laborversuche an der ETH Zürich, mit welchen die
felsmechanischen Kennwerte des Opalinustons er-
hoben und für die Rechensimulationen verfügbar
gemacht werden. Am RC-Experiment beteiligen
sich neben dem ENSI und der ETH die deutsche
Bundesanstalt für Geowissenschaften und Roh-
stoffe BGR (geophysikalische Messungen) und die
Swisstopo (geodätische Messungen).
Neben dem RC-Experiment beteiligt sich das ENSI
weiterhin an zwei kleineren Experimenten. Das Cy-
clic Deformation-Experiment untersucht das zy k-
lische Austrocknungsverhalten der Stollenwand in
Abhängigkeit des Stollenklimas (Temperatur, Luft-
feuchtigkeit). Mit dem Evaporation Logging-Expe-
riment evaluiert das ENSI zusammen mit der Swiss-
topo eine neue Methode der Durchlässigkeitsbe-
stimmung in Bohrungen.
Die Auswertungen zum RC-Experiment sind be-
reits weit fortgeschritten und umfassten in der Be-
richtsperiode folgende Arbeitspakete:
❚ Auswertung des Verformungsverhaltens des
Opalinustons im Sohlenbereich der Galerie-08,
gemessen in der vertikalen Bohrung BRC-1 wäh-
rend und nach dem Ausbruch der Galerie-08
(Abbildung 14): Die Orientierung und Längen
der gemessenen Verschiebungsvektoren weisen
auf ein unterschiedliches zeitabhängiges Ver-
formungsverhalten entlang der vertikalen Boh-
rung hin. Für die Periode des Ausbruchs der Ga-
lerie-08 zeigen die meisten Messungen Verfor-
mungsvektoren senkrecht zur Schichtung. Dem-
gegenüber weisen die Verformungsmessungen
näher zur Tunnelsohle bzw. in Bereichen stär-
kerer tektonisierter Zonen flacher liegende Ver-
schiebungsvektoren auf, wobei in der späteren
Ausbruchphase höhere Verschiebungsbeträge
zu beobachten sind. Für die Periode nach Aus-
bruch der Galerie-08 (post-excavation phase I
mit 199 Tagen und post-excavation phase II mit
270 Tagen) konzentrieren sich die Verformungen
auf die oberen 4 m der Bohrung, mit kumulierten
vertikalen Hebungskomponenten aller vier obe-
ren Bewegungsvektoren von 4.9 bzw. 5.3 mm.
Aus diesen Ergebnissen können folgende vorläu-
fige Schlussfolgerungen gezogen werden:
a) Das Verformungsbild im Sohlenbereich der
Galerie-08 entlang der vertikalen Bohrung
BRC-1 ist zeitlich und räumlich heterogen.
b) Die durch den Ausbruch der Galerie-08 in-
duzierten Spannungsumlagerungen haben
zu Verformungen bis zur Endteufe der Boh-
rungen von 7 m geführt.
c) Nach dem Ausbruch sind wesentliche Ver-
formungen (90 % der kumulierten Verfor-
Abbildung 14:
Darstellung der kumu-
lierten longitudinalen
Verformungsbeiträge an
7 Messpunkten entlang
der vertikalen Bohrung
BRC-1 während und
nach Ausbruch der
Galerie-08.
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