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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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tiver Abfälle (Nagra) sechs geologische Standort-
gebiete für ein SMA-Lager (schwach und mittel
aktive Abfälle) und drei Standortgebiete für ein
HAA-Lager (hochaktive Abfälle) identifiziert und
für die weitere Standortevaluation vorgeschla-
gen. Dies geschah anhand eines schrittweisen Ein-
engungsprozesses und vorgegebenen sicherheits-
technischen Kriterien. Ende November 2011 hat
der Bundesrat zugestimmt, diese Standortgebiete
in die Raumplanung aufzunehmen, nachdem die
Behörden und die verschiedenen Expertengremien
in ihren Gutachten bzw. Stellungnahmen den Vor-
schlägen der Nagra zugestimmt haben. Als Ergeb-
nis der Etappe 1 werden in der Schweiz nur ton-
reiche Wirtgesteine für die geologische Tiefenla-
gerung weiter betrachtet. Aspekte des Pilotlagers,
der Überwachung (Monitoring) und der Lageraus-
legung können daher in Zukunft auf tonige bzw.
tonreiche Gesteine fokussiert betrachtet werden.
In drei Projekten wird gegenwärtig fundiert a/jointfilesconvert/360025/bge-
klärt, ob über die heutige Richtlinie ENSI-G03 hi-
naus gehend zusätzliche Anforderungen an die
Auslegung eines geologischen Tiefenlagers, das
darin integrierte Pilotlager und das Monitoring zu
stellen sind.
Das Forschungsprogramm der Agneb umfasst
zwei eng miteinander verknüpfte Projekte, welche
sich einerseits mit dem Pilotlager (Projekt 4.3, «Pi-
lotlager: Auslegung und Inventar») und anderer-
seits mit Aspekten der Überwachung eines geo-
logischen Tiefenlagers (Projekt 4.4, «Monitoring-
konzepte und -einrichtungen») auseinanderset-
zen. In Ergänzung dazu hat das ENSI ein Projekt zu
Aspekten der Lagerauslegung gestartet, das nach-
träglich ins Agneb-Forschungsprogramm aufge-
nommen worden ist.
Alle drei Projekte haben zum Ziel, den aktuellen
Stand von Wissenschaft und Technik bezüglich der
aufgeführten Themenbereiche zu ermitteln, um
dem ENSI die notwendigen Grundlagen für Ent-
scheide im Rahmen des Sachplanverfahrens geo-
logische Tiefenlager zu verschaffen. Dazu werden
national wie international Expertenmeinungen
eingeholt, ausgewertet und in Berichten doku-
mentiert.
Projektziele des Berichtsjahres
und wichtige Ergebnisse
Die Projekte «Lagerauslegung», «Pilotlager: Ausle-
gung und Inventar» und «Monitoringkonzept und
-einrichtungen» wurden in der zweiten Jahres-
hälfte 2010 lanciert, jedoch wurde ein tiefer Ein-
stieg in die Projekte durch die Aktivitäten im Rah-
men des Sachplans um etwa ein Jahr verzögert.
Die Projekte besitzen viele Schnittstellen unterei-
nander, was eine enge Koordination und Koo-
peration voraussetzt. Im Berichtsjahr erfolgte für
die beiden Projekte «Pilotlager» und «Lageraus-
legung» der Beginn regelmässiger Sitzungen. Für
beide Projekte wurden externe Experten verpflich-
tet und Vertreter der Kantone einbezogen.
Das Projekt «Pilotlager: Auslegung und Inven-
tar» untersucht die notwendigen Anforderungen
an das Pilotlager, an dessen Platzierung, Bestückung
und die wichtigen zu überwachenden Parameter.
Im Berichtsjahr wurden die damals von der Ex-
pertengruppe Entsorgungskonzepte für radioak-
tive Abfälle (EKRA) formulierten Empfehlungen
für ein Pilotlager (diese wurden später in KEG/KEV
übernommen) mit ehemaligen EKRA-Mitgliedern
diskutiert. Zusätzlich wurde über den aktuellen
Stand der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten
zum Monitoring der französischen Organisation
für die Entsorgung radioaktiver Abfälle in geolo-
gischen Tiefenlagern (Andra) und über bisherige
Ergebnisse des laufenden EU-Monitoring-Projekts
MoDeRn informiert.
Das Projekt «Auslegung und Inventar des Pilot-
lagers» wurde aufgrund der oben erläuterten Ver-
zögerungen bis Juni 2013 verlängert.
Das Projekt «Monitoringkonzept und -einrich-
tungen» fokussiert auf alle Schritte der Überwa-
chung, angefangen bei einer dem Bau eines Fels-
labors vorangehenden Umweltüberwachung (Er-
fassung der ungestörten Umweltbedingungen),
der Messung der durch den Bau hervorgerufenen
Veränderungen bis hin zur Möglichkeit, nach Ver-
schluss des Lagers die Überwachung zur Kontrol-
le des Lagerverhaltens fortzusetzen. Das Projekt
soll dem ENSI einen möglichst breiten und voll-
ständigen Überblick über mögliche Monitoring-
konzepte und -techniken verschaffen. Es soll zu-
dem Entscheidungsgrundlagen liefern, die für
die Festlegung der Anforderungen an die Über-
wachung eines Pilotlagers erforderlich sind. Die
Aktivitäten des Projekts sind eng an die umfang-
reichen Aktivitäten und Resultate des laufenden
EU-Forschungsprogramms MoDeRn (Monitoring
Developments for Safe Repository Operation and
Staged Closure) geknüpft. Der Schwerpunkt der
Projektarbeiten konzentrierte sich deshalb in die-
sem Jahr auf die Sichtung der bisherigen Ergeb-
nisse des MoDeRn-Forschungsprogrammes und
auf die Teilnahme an einer von der EU-Projektlei-
tung organisierten Fachtagung, bei der Zielset-
zungen, Strategien und Techniken des Monito-
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