
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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ren unter Umständen zu einer beschleunigten De-
gradation der Zementbarrieren im Nahfeld.
Als Massnahme zur Reduktion der IAH-Mengen
stehen ein optimaler Reaktorbetrieb (d.h. dichter
Brennstoff) und der Einsatz von adäquaten (kor-
rosionsresistenten) Werkstoffen im Vordergrund.
Ionenaustauscherharze liessen sich in einem
Pyrolyseprozess (evtl. in einer Gemeinschafts-
anlage) mineralisieren. Für höher aktivierte er-
schöpfte IAH können separate Sammeltanks zur
Verfügung gestellt werden, während normal ak-
tivierte IAH der Verbrennung (ZWILAG) zugeführt
werden können.
Metallische Abfälle
Bei den metallischen schwach- und mittelaktiven
Abfällen (SMA) handelt es sich vorwiegend um
Stilllegungsabfälle aus Eisen oder Stahl aus Kern-
kraftwerken und Grossforschungsanlagen (PSI,
CERN). Mengenmässig ist der eigentliche Rohab-
fall massgebend, während die Metallkomponen-
ten der Lagercontainer und Abfallgebinde weniger
ins Gewicht fallen.
Trennen, dekontaminieren, freimessen und wieder
verwenden erweisen sich als erfolgversprechende
und prüfenswerte Massnahmen zur Reduktion der
Abfallmengen, die teilweise durch die Abfallverur-
sacher bereits umgesetzt wurden. Es gilt, zwischen
inaktiven metallischen Behältermaterialien sowie
kontaminierten und aktivierten Metallen zu unter-
scheiden.
Bei optimaler Prozessführung resultieren durch das
Einschmelzen aktivierter Metalle weitgehend in-
aktive Giesslinge, die gegebenenfalls wieder ver-
wertet werden können, während die radioaktive
Schlacke der Entsorgung zugeführt wird. Zumin-
dest aber führt das Umschmelzen zu einem güns-
tigeren Oberflächen-Volumen-Verhältnis und da-
mit zu einer geringeren Gasproduktionsrate für die
metallischen Abfälle. Die Realisierung einer ent-
sprechenden Gemeinschaftsanlage wird durch die
Abfallverursacher geprüft.
Durch eine verlängerte Abklinglagerung ist zu er-
warten, dass sich die Entsorgungssituation für
KKW-Abfälle nicht signifikant ändern würde. Hin-
gegen würde für Abfälle aus Grossforschungsanla-
gen (die einen grossen Teil von metallischen Kom-
ponenten beinhalten) eine Verlängerung der Ab-
klinglagerung über die gesetzlich erlaubten 30
Jahre hinaus potenziell eine Reduktion der einzula-
gernden Abfälle bedeuten.
Bei den hochaktiven Abfällen (HAA – verbrauchte
Brennelemente und verglaste Spaltproduktlö-
sungen aus der Wiederaufarbeitung) stammen
98 % der produzierten Gesamtgasmenge von den
Lagerbehältern aus Stahl. Deren Vorteile liegen in
der einfachen Herstellung und dem Verschluss, der
mechanische Stabilität, der Handhabung (insbe-
sondere Rückholbarkeit) sowie den verhältnismäs-
sig geringen Kosten. Unter Umständen kann den
Stahlbehältern aber auch eine Funktion als Ele-
ment der Langzeitmarkierung eines geologischen
Tiefenlagers HAA zukommen. Als Massnahme zur
Reduktion der produzierten Gasmenge steht die
Verwendung alternativer Behältermaterialien wie
Kupferummantelung oder keramische Werkstoffe
im Vordergrund. Die Entsorgungspflichtigen ha-
ben entsprechende Abklärungen veranlasst.
Ausblick
Gemäss aktuellem Terminplan wird das Projekt
mit der Bereinigung des Schlussberichts im ersten
Halbjahr 2012 a/jointfilesconvert/360025/bgeschlossen. Eventuelle Nachfol-
geprojekte in Bezug auf eine systematische Un-
tersuchung einer risiko-orientierten Abfallbewirt-
schaftung sowie bezüglich alternativen Behälter-
materialien für hochaktive Abfälle sind prüfens-
wert.
1.7.2 Forschungsprojekt Felslabor
Mont Terri
Auftragnehmer: Forschungsgruppe Ingenieur-
geologie der ETH Zürich
ENSI-Projektbegleiter: Erik Frank
Bericht der Forscher in Anhang A
Einleitung
Mit dem internationalen Forschungsprojekt Mont
Terri werden Grundlagedaten zu den hydrogeo-
logischen, geochemischen und felsmechanischen
Eigenschaften des Opalinustons erhoben. Diese
Eigenschaften sind für die Beurteilung der Sicher-
heit und die Abklärung der grundsätzlichen bau-
technischen Machbarkeit geologischer Tiefen-
lager in Tongesteinen massgebend. Anhand von
Demonst rationsexperimenten wird ferner das Ma-
terialverhalten einzelner technischer Barrieren (u.a.
Bentonit, Zement, Stahl) – in Wechselwirkung zum
Opalinuston – untersucht. Am Forschungsprojekt
beteiligen sich aktuell 14 Organisationen aus 7 Län-
dern (Schweiz, Frankreich, Deutschland, Spanien,
Belgien, Japan und USA). Das ENSI beteiligt sich seit
2003 am Mont-Terri-Projekt mit eigenen Arbeiten
im Rahmen seiner regulatorischen Forschung.
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