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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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der Vielzahl der Parameter (Vorspannung, Liner)
wurden hier nur Abschätzungen vorgenommen.
Dabei wurde von SPI richtig vorausgesagt, dass al-
ler Wahrscheinlichkeit nach keine Perforation der
Platte zu erwarten war.
Bedeutung des Projekts,
Beitrag zur nuklearen Sicherheit
Mit dem Projekt IMPACT wird sichergestellt, dass
dem ENSI stets der weltweit aktuelle Stand von
Wissenschaft und Technik bezüglich Versuchs-
daten und Berechnungsmethoden in Bezug auf die
Einwirkung Flugzeugabsturz zur Verfügung steht.
Die Validierung der Berechnungsmodelle fördert
eine realistischere Abschätzung von Versagens-
grenzen und von vorhandenen Tragreserven.
Das ENSI festigt durch die Teilnahme an diesem
Projekt das Know-how zur Auslegung der Kern-
anlagen gegen Flugzeugabsturz. Überdies erfolgt
ein regelmässiger Austausch zu dieser Thema-
tik mit den Experten und nuklearen Aufsichtsbe-
hörden anderer Länder. Damit wird ein wesent-
licher Beitrag zur Sicherheit der Kernanlagen
geleistet.
Ausblick
In den Jahren 2012 bis 2014 wird das Folgepro-
jekt IMPACT III durchgeführt, an dem sich das ENSI
ebenfalls beteiligt. In diesem Projekt erfolgt später
auch ein neuer Versuchsaufbau, der Versuche mit
Betonplatten von 3,5 x 3,5 m und Projektilen bis
100 kg Masse und bis 200 m/s Geschwindigkeit er-
lauben wird. Die beiden bisherigen VTT-Testtypen
decken nicht den für die Praxis der Auslegung
gegen Flugzeugabsturz sehr wichtigen Fall des
Weichgeschossanpralls ab, bei dem die Grenztrag-
fähigkeit annähernd ausgeschöpft wird sowohl
bezüglich Biegung als auch bezüglich des durch
die Querkraftbewehrung abzusichernden Durch-
stanzens (siehe auch Projekt OECD-IRIS_2010).
ENSI und SPI haben daher vorgeschlagen, dass im
Projekt IMPACT III neben den bisherigen reinen
Biege- und Durchstanzversuchen auch Versuche
mit kombiniertem Verhalten Biegung/Durchstan-
zen (Weichgeschossanprall) erfolgen, also soge-
nannte «combined bending and punching tests».
Innerhalb dieser aus 12 Versuchen bestehen-
den Versuchsgruppe wird das ENSI die Federfüh-
rung übernehmen und die Parameter der Versuche
massgeblich definieren können. Die Versuche
mit kombiniertem Verhalten Biegung/Durchstan-
zen kommen dem realen Verhalten einer Stahlbe-
tonstruktur bei Flugzeugabsturz am nächsten und
stellen nach Auffassung von ENSI und SPI eine Ver-
besserung des bisherigen Versuchsprogramms dar.
Im ersten Halbjahr 2012 werden zwei Biegever-
suche, zwei Durchstanzversuche und ein Versuch
mit kombiniertem Verhalten Biegung/Durchstan-
zen durchgeführt. Für den letztgenannten Versuch
haben ENSI und SPI einen detaillierten Versuchs-
plan vorgelegt sowie Vorberechnungen der zu er-
wartenden Ergebnisse im TAG-Meeting im Dezem-
ber 2011 vorgestellt.
1.3.4 Expertengruppe Starkbeben/
Standorte KKW
Auftragnehmer: Schweizerischer Erdbebendienst,
ETH Zürich
ENSI-Projektbegleiter: Thomas van Stiphout
Bericht der Forscher in Anhang A
Einleitung
Die Expertengruppe Starkbeben des Schweize-
rischen Erdbebendienstes (SED) beschäftigt sich
mit aufsichtsgerichteten erdbebenspezifischen
Forschungsthemen und der Datenaufbereitung
dazu. Übergeordnetes Ziel der Forschungstätig-
keit ist der Erhalt und die Erweiterung von fach-
und standortspezifischem Wissen sowie das früh-
zeitige Erkennen von möglichem Handlungsbedarf
aufgrund neuer Erkenntnisse in der Erdbebenfor-
schung. Die Expertengruppe steht ausserdem bei
der Erarbeitung erdbebenrelevanter Teile von ENSI-
Richtlinien und internationalen Dokumenten zur
Verfügung.
Seit Juli 2010 sind zwei von ursprünglich ange-
dachten vier Vollzeitstellen mit einer Laufzeit von
jeweils vier Jahren durch das ENSI finanziert. Auf-
grund der Sistierung der neuen Kernkraftwerkpro-
jekte und dem politischen Entscheid zum Ausstieg
aus der Kernenergie wurde die Expertengruppe
entgegen ursprünglichen Plänen nicht weiter aus-
gebaut. Das ENSI hat den Forschungsinhalt und
die Forschungsziele der Expertengruppe zusam-
men mit dem SED entsprechend angepasst und
vermehrt auf die Thematik der geologischen Tie-
fenlagerung fokussiert.
Projektziele des Berichtsjahres
und wichtige Ergebnisse
Der Schwerpunkt der Forschung des Projekts im
Jahre 2011 lag auf der Verbesserung der regio-
nalen und lokalen Erdbebengefährdungs-Abschät-
zung an den existierenden Standorten von Kern-
anlagen sowie in den vorgeschlagenen Standort-
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