
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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gischen Tiefenlager stand einmal mehr die Vermei-
dung metallischer Abfälle im Vordergrund. Wich-
tige Behandlungsverfahren zu diesem Ziel sind Ab-
falltrennung, Wiederverwertung, Abklinglagerung
und Freimessung. Brennbare (organische) Abfälle
werden kompaktiert und anschliessend in der Plas-
ma-Anlage des ZWILAG (Würenlingen) verbrannt.
Der Einsatz von radioaktivem Graphit aus dem DI-
ORIT-Forschungsreaktor als Zuschlagsstoff für Ze-
mentmörtel und dessen Verwendung zur Kondi-
tionierung von metallischen DIORIT-Abfällen stellt
ein innovatives, eigens am PSI entwickeltes Verfah-
ren dar. Die Ausbildung der Mitarbeitenden in Hin-
blick auf die Vermeidung radioaktiver Abfälle hat –
wie bei anderen Abfallverursachern – am PSI einen
hohen Stellenwert. Das Inventar der Stilllegungs-
abfälle aus den Grossforschungsanlagen (PSI-West
und CERN) wird derzeit in Zusammenarbeit mit der
Nagra überprüft, und die Nachführungen werden
dokumentiert.
Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus der
mittlerweile a/jointfilesconvert/360025/bgeschlossenen Bestandesaufnah-
me wurden in einem Berichtsentwurf zusammen-
gefasst und den Projektpartnern am 24. Oktober
2011 anlässlich der vierten Projektsitzung vorge-
stellt.
Bedeutung des Projekts,
Beitrag zur nuklearen Sicherheit
Das Verhalten von Abfällen in einem geologischen
Tiefenlager hängt von den physikalisch-che-
mischen (Umgebungs-)Bedingungen des Einlage-
rungsbereichs und von den Materialeigenschaften
des Abfallprodukts ab. In Hinblick auf die zentralen
Fragestellungen des Projekts erweisen sich die fol-
genden radioaktiven Abfälle als besonders bedeu-
tungsvoll: Harze, Konzentrate und Mischabfälle
aus dem Betrieb der Kernkraftwerke sowie Abfäl-
le aus deren Nachbetriebsphase. Die Zusammen-
setzung dieser Abfälle (insbesondere Organika und
Metalle) ist bekannt und in den entsprechenden
Abfallsortenberichten umfassend dokumentiert.
Verschiedene Inhaltsstoffe sind von sicherheitsre-
levanter Bedeutung, indem sie die Mobilität der
Schadstoffe bzw. Radionuklide erhöhen. Ein Bei-
spiel dafür sind organische Stoffe, deren Degrada-
tionsprodukte in Form von Komplexbildnern die
Rückhaltung der Radionuklide im Tiefenlager ver-
mindern und zu einer beschleunigten Degradation
der Zementbarrieren im Nahfeld führen können.
Dazu kommen Materialien, die im Fall metallischer
Werkstoffe durch anaerobe Korrosionsprozesse
oder bei organischen Stoffen durch mikrobiellen
Abbau Gase produzieren. Die Abbauprodukte
können die Wirkung der technischen und natür-
lichen Barrieren beeinträchtigen und dadurch die
Freisetzung der Radionuklide aus einem Tiefenla-
ger beschleunigen.
Eine Reduktion der in den radioaktiven Abfällen
enthaltenen metallischen bzw. organischen In-
haltsstoffe wird damit zu einer längerfristig erhöh-
ten Sicherheit eines geologischen Tiefenlagers füh-
ren.
Vorläufige Projektergebnisse
Obschon zunehmend als wichtig erachtet, wird
die Thematik einer «konsistenten» Abfallbewirt-
schaftung (radioaktive vs. nicht-radioaktive Abfäl-
le) in anderen Ländern durch die nationalen Ent-
sorgungsorganisationen und Aufsichtsbehörden
nicht proaktiv bearbeitet. «Inkonsistenzen» beste-
hen in der schweizerischen Gesetzgebung in ers-
ter Linie bezüglich der Bewirtschaftung von orga-
nischen und metallischen Abfällen.
Die Arbeiten haben bestätigt, dass Harze, Konzent-
rate und Mischabfälle aus dem Betrieb der Kern-
kraftwerke sowie Abfälle aus der Nachbetriebs-
phase besonders bedeutungsvoll sind. Aus Grün-
den der radiologischen Sicherheit und der Kosten
ist speziell in Kernkraftwerken die Abfallvermei-
dung oberstes Gebot. Dazu verhelfen optimierte
betriebliche Abläufe, aber auch weiter entwickelte
Verfahren zur Dekontamination der Abfälle mit an-
schliessender Freimessung. Alternative Abfallbe-
handlungsmethoden unterliegen allerdings stren-
gen Prüfkriterien: Sicherer Betrieb/nukleare Sicher-
heit, Strahlenschutz, industrielle Reife, technische
Umsetzbarkeit, Kosten usw.; dabei sind die Be-
treiber in ihren Möglichkeiten stark von den Sys-
temlieferanten abhängig. Die Möglichkeiten für
eine alternative Behandlung organischer Ionen-
austauscherharze oder das Potenzial einer verlän-
gerten Abklinglagerung speziell für metallische
Grosskomponenten aus den Sekundärkreisläufen
wurden im Rahmen des vorliegenden Projekts von
der Nagra geprüft.
Organische Abfälle
Bezüglich organischer Abfälle sind Ionenaustau-
scherharze (IAH) aus dem Betrieb der bestehenden
Kernkraftwerke in Hinblick auf die zentralen Fra-
gestellungen des Projekts massgebend. Sie tragen
nach Aufsättigung des verschlossenen Tiefenla-
gers durch mikrobiellen Abbau zur Produktion von
Gasen bei, erhöhen durch komplexierende Abbau-
produkte die Mobilität der Radionuklide und füh-
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