
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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1.2 Interne Ereignisse und Schäden
Die Projekte in diesem Bereich werden von der Or-
ganisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (OECD) koordiniert. Sie fördern
den internationalen Erfahrungsaustausch über
Störfälle in Kernkraftwerken sowie über Schäden
an Komponenten, die Störfälle auslösen können.
Dazu werden themenspezifische Datenbanken
aufgebaut, in die systematisch Schadensfälle und
Ereignisse aus den teilnehmenden OECD-Staaten
eingegeben werden. Die Daten werden anschlies-
send ausgewertet mit dem Ziel, auf der Basis ei-
ner grösseren Anzahl von Fällen systematische Hin-
weise auf Ursachen und Häufigkeiten von Schäden
bzw. Störfällen zu erhalten. Ein Zusammenschluss
auf internationaler Basis ist dazu notwendig, weil
die relevanten Ereignisse und Schäden in Kern-
kraftwerken selten sind.
1.2.1 OECD CODAP – Component
Operational Experience,
Degradation and Ageing
Programme
Auftragnehmer: OECD-NEA
ENSI-Projektbegleiterin: Susanne F. Schulz
Einleitung
Das CODAP-Projekt der OECD/NEA ist das Nach-
folgeprojekt der a/jointfilesconvert/360025/bgeschlossenen Schadensda-
tenbank-Projekte OPDE (OECD Piping Failure Data
Exchange Project) und SCAP-SCC (Stress Corro-
sion Cracking and Cable Ageing Project, Teilpro-
jekt Spannungsrisskorrosion). Es wurde im Juni
2011 begonnen und übernimmt die in den Vor-
gängerprojekten gesammelten Schadensdaten
der beteiligten Mitgliedsländer. Am CODAP Pro-
jekt sind nach derzeitigem Stand zwölf Länder be-
teiligt: Deutschland, Frankreich, Schweden, Süd-
korea, USA, Schweiz, Finnland, Spanien, Taiwan,
Kanada, Tschechien und Japan. Es gibt möglicher-
weise weitere insbesondere europäische Länder,
die eine Teilnahme anstreben. Bereits jetzt ist ein
grosser Teil der Kernkraftwerke westlicher Bauart
durch die beteiligten Länder im Projekt vertreten.
Die Ziele des CODAP-Projektes sind:
❚ Informationen zu Schadensfällen an passiven
metallischen Komponenten von Kernkraftwer-
ken in einer Datenbank zu sammeln,
❚ Informationen auszuwerten, um ein besseres
Verständnis der Ursachen und Auswirkungen
der Schädigungen und der Wirksamkeit vorbeu-
gender Massnahmen zu erreichen,
❚ Allgemeine Hintergrund-Informationen zu Kom-
ponenten und Schädigungsmechanismen zu
sammeln,
❚ Zusammenfassende Berichte zu den Schädi-
gungsmechanismen zu erstellen.
Wie im SCAP-Projekt sollen im CODAP-Projekt
Ressourcen für die Auswertung der Datenbank
und die Erstellung von «Commendable Practi-
ces» bereitgestellt werden. Das Projekt geht da-
mit über eine reine Datensammlung hinaus und
kann so eine gemeinsame Basis für das Verständ-
nis von Alterungs- und Schädigungsmechanismen
von mechanischen Ausrüstungen in Kernkraftwer-
ken schaffen.
Projektziele des Berichtsjahres
und wichtige Ergebnisse
Zur OPDE-Datenbank wurden 2011 noch einige
Datensätze hinzugefügt, ausstehend ist auch noch
die Übersetzung von rund 100 französischen Da-
tensätzen ins Englische. Die vorhandenen Daten
aus OPDE und SCAP-SCC der teilnehmenden Län-
der wurden in eine neue gemeinsame CODAP-Vor-
kommnisdatenbank (Event-Database) übertragen.
Dazu wurde ein Leitfaden (CODAP Coding Guide-
line) erstellt, der sich im Wesentlichen an demjeni-
gen des OPDE-Projekts orientiert und die Inhalte
der neuen Datenbank definiert. Anders als die OP-
DE-Datenbank wird die neue CODAP-Datenbank
ganz auf einer Internet-Plattform der OECD-NEA
laufen. Der Betrachtungsumfang erstreckt sich
auf die druckführende Umschliessung von mecha-
nischen Komponenten aus sicherheitstechnisch
klassierten Bereichen, wobei auch unklassierte
Komponenten einbezogen werden, wenn diese zu
Überflutungen oder anderen sicherheitstechnisch
relevanten Vorkommnissen beigetragen haben.
Ein Hauptarbeitspunkt im Jahre 2011 war die Ge-
staltung der Datenfelder für die Event-Database, in
der die einzelnen Schadensfälle erfasst werden sol-
len. Die Zahl der Datenfelder sollte möglichst ge-
ring gehalten werden und sich auf die für die ver-
schiedenen Auswertungen nützlichen Felder kon-
zentrieren.
Datenfelder, die sich aus der Instandhaltungs-
praxis heraus nicht füllen lassen, aber wesentlich
zum Verständnis des Schädigungsmechanismus
sind, sollen in eine zusätzliche Wissensdatenbank
(Knowledge-Database) integriert werden, deren
Aufbau sich an derjenigen des SCAP-SCC-Projekts
orientiert. So sind gewisse, für das Verständnis von
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