
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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nuklearen Sicherheitstechnik von rechnerbasierten
Systemen ist ein zentrales Forschungsthema im HRP.
Die diesbezüglichen Arbeiten dienen dazu, die Zu-
verlässigkeit solcher Systeme weiter zu verbessern.
Das Ziel im Bereich HSI-Design ist es, Stärken und
Schwächen der Schnittstellen zwischen Mensch
und technischen Systemen zu bestimmen und Lö-
sungen zu deren Optimierung zu erarbeiten. Da-
raus folgen auch innovative Ansätze, wie Kontroll-
räume am benutzerfreundlichsten zu gestalten
sind. Experimente zeigen, inwieweit die Einfüh-
rung neuer Technologien die Leistungsfähigkeit
der Operateure in kritischen Situationen beein-
flusst. Die Resultate liefern gleichzeitig erste Ant-
worten auf die Frage, wie die Operateure in Zu-
kunft geschult werden sollen. Elektronische Vi-
sualisierungs-Instrumente, die mit virtueller Rea-
lität arbeiten (siehe Abbildung 11), können dazu
beitragen, die Strahlenexposition bei Arbeiten im
Kernkraftwerk zu reduzieren.
Ausblick
Die Arbeiten des Projekts liegen grösstenteils gut
im Zeitplan. In der neuen Dreijahresperiode ab
2012 werden insbesondere organisatorische As-
pekte, die als Folge des Unfalls von Fukushima
grösseres Gewicht erhalten, einzuarbeiten sein. Zu
diesen Themen werden im Jahre 2012 noch Details
diskutiert werden.
1.4.2 Human Reliability Analysis
Auftragnehmer: Paul Scherrer Institut PSI
ENSI-Projektbegleiter: Gerhard Schoen
Bericht der Forscher in Anhang A
Einleitung
Mit der Human Reliability Analysis (HRA) wird der
Einfluss menschlicher Handlungen auf Störfälle in
Kernkraftwerken untersucht. Die HRA analysiert
diese Handlungen und bewertet sie unter Berück-
sichtigung der entsprechenden Randbedingungen
wie zum Beispiel das für die Handlung zur Verfü-
gung stehende Zeitintervall, die Komplexität der
Handlung, die Ausbildung der Operateure und de-
ren Hilfsmittel (insbesondere Vorschriften).
Das übergeordnete Ziel der Forschung im Bereich
HRA ist die Reduktion der Unsicherheit bei der
probabilistischen Bewertung von Operateurhand-
lungen. Vor diesem Hintergrund bearbeitet das PSI
im Rahmen dieses Forschungsprojektes folgende
drei Hauptthemen:
Errors of Commission (EOC): Es ist Stand der Tech-
nik, mit der HRA Fehlerwahrscheinlichkeiten für
Handlungen zu bestimmen, die während eines
Störfalls gefordert sind, aber unterlassen werden.
Hingegen fehlt ein etabliertes Verfahren zur sys-
tematischen Identifizierung und Quantifizierung
von ungeplanten menschlichen Handlungen, wel-
che den Verlauf eines Störfalls negativ beeinflus-
sen, den sogenannten EOC. In diesem Zusammen-
hang soll die vom PSI bereits entwickelte Methode
verfeinert und für Schweizer Kernkraftwerke an-
gewendet werden.
Anwendung von Simulatorstudien: Es soll unter-
sucht werden, inwieweit Simulatorstudien für die
Bewertung wie auch für die Verbesserung der
HRA-Methoden verwendet werden können.
Wissensbasis bezüglich der Wirkungen von Erdbe-
ben auf die menschliche Zuverlässigkeit: Die dies-
bezügliche internationale Erfahrung soll erfasst
werden.
Projektziele des Berichtsjahres
und wichtige Ergebnisse
Die Projektziele und deren Umsetzung für das Jahr
2011 lassen sich wie folgt zusammenfassen:
EOC: Bereits im Rahmen eines Vorgängerprojekts
wurde die sogenannte Commission Errors Search
and Assessment Methode (CESA) entwickelt. Im
Berichtsjahr wurde die Methode wie geplant über-
arbeitet, um die Quantifizierung der EOC nachvoll-
ziehbarer zu gestalten. Mit einem vom PSI erstell-
ten Programm kann die Quantifizierung der EOC
nun computergestützt erfolgen. Dadurch wird si-
chergestellt, dass der Anwender der CESA-Metho-
de die für die Quantifizierung benötigten Daten
(welche auf Basis der internationalen Betriebser-
fahrung erhoben wurden) auf strukturierte und
nachvollziehbare Weise selektiert. Ferner wird mit
dem Programm die der EOC-Quantifizierung zu-
gehörige Unsicherheitsrechnung weitgehend au-
tomatisiert. Zur Auswahl eines weiteren Schwei-
zer Kernkraftwerks für die Anwendung von CESA
wurden verschiedene Gespräche geführt und mit
einem Betreiber eine entsprechende Analyse ver-
einbart. Wegen Ressourcenmangels beim PSI wur-
den die entsprechenden Arbeiten im Berichtsjahr
noch nicht begonnen.
Anwendung von Simulatorstudien: Den Schwer-
punkt dieses Teilprojekts bildet zunächst eine US-
amerikanische Simulatorstudie, die dazu genutzt
werden soll, verschiedene HRA-Methoden zu be-
werten. Im Rahmen dieser Studie wurden drei Sze-
narien von (abhängig vom Szenario) jeweils drei
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