
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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von Experimenten des Forschungszentrums Karls-
ruhe FZK (heute Karlsruher Institut für Technolo-
gie KIT) ein Modell, welches diesen Oxidationsver-
lauf des gängigen Hüllrohrmaterials Zircaloy-4 bes-
ser beschreibt. Mit diesem Projekt wird das Mo-
dell weiterentwickelt, nochmals anhand von Da-
ten aus Experimenten verifiziert und in MELCOR
implementiert. Das PSI ist im Rahmen der MEL-
COR-Weiterentwicklung auch an entsprechenden
Versuchsprogrammen am KIT und des OECD NEA
Sandia Fuel Projects der SNL (Projekt SFP) beteiligt.
Projektziele des Berichtsjahres
und wichtige Ergebnisse
Weiterentwicklung des Oxidationsmodells
Das Modell wurde im Berichtsjahr anhand von
Daten aus verschiedenen internationalen Experi-
menten weiter verifiziert und angepasst. Der neue
Programm-Code wurde erfolgreich für Analysen
von Testergebnissen benutzt. Die Russian Acade-
my of Science (RAS) hat das neue Modell des PSI in
MELCOR 1.8.6 implementiert. Ein Teilprozess die-
ser MELCOR-Implementierung wurde bereits vali-
diert, die vollständige Validierung anhand von wei-
teren experimentellen Daten wird fortgesetzt.
Beteiligung am Projekt SFP
Im Rahmen des Projekts SFP werden zwei Experi-
mente mit originalgetreuen Nachbildungen von
Brennelementen für Druckwasserreaktoren durch-
geführt. Diese dienen der Validierung von MEL-
COR und anderen Programmen zur Berechnung
von schweren Reaktorunfällen. Das erste Experi-
ment mit einem einzelnen Brennelement wurde im
März 2011 durchgeführt und simulierte den An-
stieg der Temperatur bei natürlicher Konvektion an
trockener Luft bis zum Brand durch die oxidations-
bedingte Zündung. Der beobachtete Temperatur-
und Oxidationsprozess zeigte gute Übereinstim-
mung mit den Werten, die mit dem MELCOR-Mo-
dell berechnet wurden.
Bedeutung des Projekts,
Beitrag zur nuklearen Sicherheit
Die Oxidation von Hüllrohren bei Luftzufuhr kann
bei Unfällen mit Kernbeschädigung je nach Szena-
rio Brennelemente im Reaktorbehälter, im Brenn-
stoff-Lagerbecken oder im Transportbehälter be-
treffen. Die Weiterentwicklung des MELCOR-Pro-
gramms und dessen Anpassung an neue Erkennt-
nisse aus der Unfallforschung zur Simulation sol-
cher Vorgänge verbessert die Risikoabschätzung
schwerer Unfälle im Rahmen von Probabilistischen
Sicherheitsanalysen (PSA) und dient der Optimie-
rung von Accident Management Massnahmen.
Die Richtlinie ENSI-A05 (PSA: Umfang und Quali-
tät) nennt MELCOR als einen der Rechencodes, die
dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Tech-
nik entsprechen.
Das Projekt dient zudem der Erhaltung von Fach-
wissen in der Schweiz. Das PSI verfolgt und be-
einflusst die Entwicklung von MELCOR und von
anderen Rechenprogrammen für schwere Unfäl-
le und gibt sein Wissen den Schweizer Benutzern
weiter.
Ausblick
Mehrere Experimente zeigen beim Oxidationspro-
zess für verschiedene Hüllrohrmaterialien grössere
Unterschiede, insbesondere im unteren Tempera-
turbereich. Die Modellerweiterungen im Rahmen
dieses Projekts werden helfen, Unfallsituationen
mit Lufteinbruch in Brennelemente-Lagerbecken
besser zu simulieren. Das Oxidationsmodell soll bis
2012 in MELCOR integriert und validiert sein und
damit das Programm MELCOR als eine Grundlage
für die PSA weiter verbessern.
Aus verschiedenen Experimenten ist ein Einfluss
von Stickstoff auf den Oxidationsprozess erkenn-
bar. Das Abbrechen der Oxidschicht scheint emp-
findlich auf Zirkonium-Nitrid (ZrN) zu reagieren.
Die Bildung von ZrN erfolgt unter Ausschluss von
Sauerstoff und ist besonders ausgeprägt bei vor-
oxidierten Hüllrohren. Die Berücksichtigung dieses
Effekts könnte eine sinnvolle Erweiterung des Mo-
dells sein.
1.5.5 ARTIST II – Aerosol Trapping in
the Steam Generator
Auftragnehmer: Internationales Forschungskon-
sortium unter der Leitung des Paul Scherrer Insti-
tuts PSI
ENSI-Projektbegleiter: Thomas Schange
Bericht der Forscher in Anhang A
Einleitung
Im Projekt ARTIST-II (2008-2011) wurden die For-
schungsarbeiten des Vorgängerprojekts ARTIST-I
(2002-2007) fortgesetzt. Untersucht wurden be-
stimmte Unfallsequenzen bei Druckwasserreak-
toren, die verbunden sind mit Kernschmelzen und
einem Bypass des Containments (d.h. Freisetzung
von Stoffen unter Umgehung der Barrieren) beim
Bruch eines oder mehrerer Dampferzeuger-Heiz-
rohre und fehlerhafter Isolation des Dampferzeu-
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