
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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und die Gebäude des PSI berücksichtigt und tur-
bulente Strömungen mit hoher Auflösung berech-
nen soll, weitergeführt. Nach einem Wechsel zu
besser geeigneten Rechencodes und dem Einsatz
vereinfachter Modelle der PSI-Topografie konn-
ten wichtige Grundlagen für die Simulationen mit
der rea len PSI-Topografie erarbeitet werden. Zu-
sätzlich ist geplant, das Modell mit Hilfe von Mes-
sungen der Luft-Aktivitätskonzentration von Posi-
tronenstrahlern in der Umgebung des PSI zu über-
prüfen. Die Positronenstrahler werden von den Be-
schleunigeranlagen des PSI kontinuierlich im Rah-
men der zulässigen Grenzwerte an die Umgebung
a/jointfilesconvert/360025/bgegeben. Dazu wurde im Berichtsjahr ein erster
Prototyp einer gammaspektrometrischen Messsta-
tion mit einem 3-x-3-Zoll-NaJ-Detektor im Mess-
feld PSI-OASE in Betrieb genommen.
Am Testaufbau des neuen Probenahmesystems
des Hochkamins Ost wurden die Gesamtübertra-
gungsraten von Aerosolpartikeln durch zwei auf
diese Prüfung spezialisierte Firmen gemessen. Die
Analyse zeigte eine gute Übereinstimmung der
Messergebnisse beider Firmen. Auch stimmte die
vom PSI durchgeführte Modellrechnung für klei-
ne und mittlere Partikel mit den Messergebnissen
gut überein. Für grosse Partikel vernachlässigte das
Modell die Resuspension einmal a/jointfilesconvert/360025/bgelagerter Teil-
chen, so dass das Modell eine Übertragungsrate
von Null vorhersagte, was der Wirklichkeit nicht
entsprach. Die vom PSI zur Verfügung gestellten
Prüfaerosole im mittleren Grössenbereich lagen
deutlich unter den erwarteten Werten, was die
Hypothese einer zusätzlichen Abscheidung durch
elektrostatische Kräfte für diese Art von Partikel
nahelegte.
Im Gebiet der internationalen Strahlenschutznor-
mung arbeitet je ein Vertreter des PSI in den Ar-
beitsgruppen WG14 und WG17 der Internatio-
nal Organization for Standardization ISO aktiv mit.
Die WG14 hat mit der Neuerstellung von zwei ISO-
Normen begonnen. Die eine behandelt die Raum-
luftüberwachung am Arbeitsplatz und die ande-
re die Raum- und Fortluftüberwachung von Be-
schleunigern zur Herstellung von Radionukliden
für die Positronen-Emissionstomographie (PET).
In der WG 17 wird weiter an der Revision der ISO
7503, einer Norm über die Messung und Beurtei-
lung von Oberflächenkontaminationen, gearbei-
tet. Die Sektion Messwesen ist in mehreren Ar-
beitsgruppen von EURADOS (European Radiation
Dosimetry Group) vertreten, die die Zusammenar-
beit auf dem Gebiet der ionisierenden Strahlung
im europäischen Raum fördert.
Im Jahr 2012 nahm die Sektion Messwesen an
Vergleichsmessungen im Bereich der Radioana-
lytik und Neutronendosimetrie sowohl auf natio-
naler wie auch internationaler Ebene teil. Bei al-
len Vergleichsmessungen liess sich eine gute Über-
einstimmung der PSI-Resultate mit den Referenz-
werten feststellen.
In der Gruppe Radioanalytik wurde ein neues Flüs-
sig-Szintillationsspektrometer mit Dreifach-Dop-
pel-Koinzidenz-Messtechnik erfolgreich kalibriert
und seine Alpha-Beta-Trennung optimiert. Im Be-
richtsjahr untersuchte ein Industriepraktikant des
NE-Masterkurses der ETHZ die CR-39-Neutronen-
Detektor-Materialien von drei verschiedenen Her-
stellern. Dabei wurden Untergrunddetektoren
und vorgängig bestrahlte Detektoren untersucht.
Die Ergebnisse der Studie werden 2012 auf einem
Kongress der International Radiation Protection
Association (IRPA) in Glasgow präsentiert.
Praktische Strahlenschutzforschung
Im Rahmen des Teilprojekts «Teilnahme an und
Berichterstattung über die jährlichen Aeroradio-
metrieübungen» wurden die Routine-Messge-
biete um die Kernkraftwerke Mühleberg (KKM)
und Gösgen (KKG), das Reuss-Delta und Gebiete
im Kanton Tessin aeroradiometrisch ausgemes-
sen. Zusätzlich wurde gemeinsam mit den Einsatz-
kräften des Kantons Tessin eine Einsatzübung mit
einem simulierten Transportunfall durchgeführt.
Es konnten mit Ausnahme der Betriebsareale der
Kernkraftwerke keine erhöhten Messwerte regist-
riert werden. Auf den Betriebsarealen wurden die
gesetzlichen Grenzwerte eingehalten.
Im Jahr 2011 wurden die Neutronen-Bestrah-
lungseinrichtungen der PSI-Kalibrierstelle neu
charakterisiert. Dazu wurden die Felder der
241
Am-
Be- und der
252
Cf-Quelle ohne und mit D
2
O-Mo-
derator (Schwerwasser) ausgemessen und model-
liert. Auch wurde der Photonenanteil dieser Quel-
len mit sieben verschiedenen Messgeräten be-
stimmt. Für die
252
Cf-Quelle wurde der Einfluss
des ISO-Wasserphantoms, das zur Kalibrierung
von Dosimetern verwendet wird, auf die Streu-
strahlung im Raum mit Messung und Monte-
Carlo-Simulation untersucht. Ein Phantom ist ein
– in diesem Fall mit Wasser gefüllter – Behälter,
der stellvertretend für lebendes Gewebe verwen-
det wird. Phantome sollen eine dem lebenden
Gewebe vergleichbare Durchlässigkeit für ionisie-
rende Strahlung aufweisen.
Im KKM wurde die Cs-137-Bestrahlungsanlage
durch die akkreditierte Kalibrierstelle des PSI er-
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