
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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bonatanteil gänzlich an Bioklasten (biogene Ge-
steinsbruchstücke) gebunden sein, die isoliert in
der Ton-Quarz-Matrix liegen. Einaxiale Druckver-
suche (UCS) zeigen nun, dass die Druckfestig-
keit des Opalinustons tendenziell mit höherem
Bioklastengehalt abnimmt. Eine mögliche Erklä-
rung dazu liefern rasterelektronische Untersu-
chungen von Klinkenberg et al. 2009 (siehe An-
hang A). Diese Untersuchungen zeigen, dass bei
geringerem Anteil an Bioklasten induzierte Mik-
ro-Risse in der Matrix enden, bei höherem An-
teil jedoch zusammenwachsen und dadurch die
Spitzenfestigkeit der Gesteinsprobe reduzieren.
Bedeutung des Projekts,
Beitrag zur nuklearen Sicherheit
Das Mont-Terri-Forschungsprojekt liefert dem ENSI
wichtige Grundlagendaten, die für die Beurteilung
der Sicherheit und bautechnischen Machbarkeit
eines geologischen Tiefenlagers im Opalinus ton
von grosser Bedeutung sind. Das RC-Experiment
ermöglicht, Rückschlüsse über das mechanische
Gebirgsverhalten und die Mechanismen der Ver-
formungen zu ziehen. Die Ergebnisse des CD-Ex-
perimentes zeigen das zyklische Austrocknungs-
verhalten der Stollenwand in Abhängigkeit des
Stollenklimas (Temperatur, Luftfeuchtigkeit) und
geben Einblick in die damit verknüpften Prozesse
(Aufsättigungs- und Entsättigungsvorgänge). Mit
dem FM-D-Experiment werden Grundlagen zur
Messung lokaler Gesteinsdurchlässigkeiten ge-
schaffen, die für die Interpretation hydraulischer
Bohrlochmessungen und das Verständnis verschie-
dener Prozesse (Selbstabdichtungsvermögen des
Opalinustons) wichtig sind.
Die Beteiligung am Mont-Terri-Forschungsprojekt
liefert dem ENSI unabhängige Vergleichsdaten, die
für Beurteilungen im Rahmen des Sachplans geo-
logische Tiefenlagerung verwendet werden. Die
Forschungsarbeiten stellen zudem den Erhalt und
die Förderung der Fachkompetenz beim ENSI und
bei seinen Experten sicher.
Ausblick
Das RC-Experiment hat eine grosse Anzahl wissen-
schaftlicher Messdaten und Ergebnisse geliefert
und befindet sich nun in der Phase der Auswer-
tung und Dokumentation. Die Arbeiten schreiten
planmässig voran, ein abschliessender wissen-
schaftlicher Arbeitsbericht wird im Rahmen einer
ETH-Dissertation für Ende 2012 erwartet. Einige
Ergebnisse zur felsmechanischen Charakterisie-
rung des Opalinustons liegen bereits in Form
von Fachpublikationen oder Tagungsbeiträgen vor
(siehe Referenzverzeichnis, Forschungsbericht in
Anhang A).
1.7.3 OECD-NEA Clay Club
Auftragnehmer: OECD-NEA
ENSI-Projektbegleiter: Erik Frank
Einleitung
Die Sicherheit geologischer Tiefenlager für radio-
aktive Abfälle wird im Rahmen der OECD-NEA
«Radioactive Waste Management Committee»-
Aktivitäten in der Arbeitsgruppe «Integration
Group for the Safety Case» (IGSC) bearbeitet.
Eine Untergruppe der IGSC, die «Working Group
on Measurements and Physical Understanding of
Groundwater Flow through Argillaceous Media»
oder kurz «Clay Club» genannt, befasst sich da-
bei seit 1991 mit spezifischen Aspekten des Stoff-
transportes in Tongesteinen, dem in der Schweiz
bevorzugten Wirtgestein für geologische Tiefenla-
ger. In der Untergruppe sind Behörden und Orga-
nisationen aus 9 Ländern vertreten, die sich mit der
sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle in Tonge-
steinen befassen.
Ziel des Clay Clubs ist es, den internationalen Stand
der Wissenschaft in der Tongesteinsforschung zu
verfolgen, den Kenntnisstand der sicherheitsrele-
vanten Prozesse und Parameter von Tongesteinen
zu diskutieren, allfällige Lücken zu erkennen und
mit gemeinsamen Projekten zu schliessen.
Projektziele des Berichtsjahres und
wichtige Ergebnisse
In der Berichtsperiode standen insbesondere fol-
gende Tätigkeiten im Vordergrund: Erstens wur-
den zwei vom «Clay Club» erarbeitete Review-
und Syntheseberichte a/jointfilesconvert/360025/bgeschlossen («Claytrac-
Project: Natural Tracer Profiles Across Argillaceous
Formations» und «Self-sealing of Fractures in Ar-
gillaceous Formations»). Zweitens wurde eine in-
ternationale Fachtagung zum Thema «Imaging
and Nano Scale Characterisation of Clays» an der
technischen Hochschule in Karlsruhe (D) durchge-
führt. Die Tagung zeigte, dass der Stofftransport in
Tongesteinen stark vom Konsolidierungsgrad des
Gesteins, von der Porosität und Architektur des Po-
renraumes, der Permeabilität, der Wasserchemie
sowie der Tonmineralogie (Sorptionsprozesse) ab-
hängt. Als Beispiele seien die für Anionen zugäng-
liche Porosität, makroskopische Effekte (chemische
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